
Eine entscheidende Rolle für die Architektur Chicagos spielte das Great Fire of 1871, welches 17.000 Gebäude zerstörte und einen Schaden von 200 Millionen US-Dollar anrichtete. Nach dieser Katastrophe war die Stadt bis auf die Grundmauern niedergebrannt und hatte keine andere Wahl, als sich selbst neu zu erfinden. Somit strömten Architekten und Landschaftsdesigner in die Metropole und entwarfen Pläne, die auch Vorlagen für andere amerikanische Städte wurden.
Heute kann Chicago drei der höchsten Gebäude der Welt zu seinem Besitz zählen - den Sears Tower (gleichzeitig das höchste Gebäude der USA), das John Hancock Center und das Aon Center. Natürlich können Sie das architektonische Erbe von Chicago auch selbst erleben. Der Ausgangspunkt dafür ist das Chicago Architecture Foundation auf der South Michigan Avenue. In der City Space Gallery des Centers lässt sich anhand einer Darstellung der Bauabfolge und eines maßstäblichen Modells der Chicagoer Innenstadt der Neuaufbau der Stadt nachvollziehen. Am besten lässt sich die beeindruckende Architektur der Stadt bei einer Bootsfahrt auf dem Chicago River bewundern. Dabei werden die berühmten Architekten wie Daniel Burnham oder Louis Sullivan und ihre Bauwerke vorgestellt.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts entstand in der Metropole ein eindeutig amerikanischer Stil - der Prairie Style, welcher die unendlich große Weite der amerikanischen Landschaft vermittelt, indem er sich auf die horizontale Ausdehnung konzentriert. Die bekanntesten Vertreter dieser Stilrichtung sind Georg Maher und Frank Lloyd Wright. Viele seiner Gebäude befinden sich in Chicagos Vorort Oak Park.